Speyerer Bote Ausgabe August 2022

Speyerer Bote Heft-Nr. 139 35. Jahrgang August 2022 www.bsv-speyer.de MachinFreimarken von Großbritannien, Serie der unbegrenzten Möglichkeiten

3 Kurt Keller Die MachinFreimarken von Großbritannien, Serie der unbegrenzten Möglichkeiten (Teil 1) Dauer bzw. Freimarkenserien hatten schon immer ihre Liebhaber*innen. Auf jeder Briefmarkenausstellung kann man hochspezialisierte Exponate bewundern, die sich mit einer einzigen, meist kleinformatigen Serie beschäftigen. Was da zu sehen ist und herausgeholt wird, ist oft erstaunenswert. Einzelmarken, Einheiten, diverse Briefporti und Frankaturen, Plattenfehlern, Farbnuancen, Randsignaturen und eigene Forschungsarbeit machen sie für so manche/n Sammler*in attraktiv und interessant. Letztlich ist auch die Begrenztheit und Überschaubarkeit einer Serie ausschlaggebend für ihre Beliebtheit. Nicht zu wenige und nicht zu viele Blätter sollen ein fesselndes Ausstellungsobjekt abgeben. Das alles jedenfalls habe ich auch gedacht, als ich mich vor vielen Jahren den britischen Königin ElisabethMarken zuwandte, die, damals gerade 50 Ausgaben umfassend, mit ihrer Farbenvielfalt meine Aufmerksamkeit weckte. Als sie ein Händler komplett billig anbot, war ich dabei und das Abenteuer MachinAusgaben begann. Hätte ich damals geahnt, was auf mich zukommen würde, ... wer weiß. Doch wenden wir uns nach dieser etwas persönlichen Einleitung den Fakten zu. Dieser Artikel will nicht neueste Forschungsergebnisse mit akribischen Zahlenkolonnen veröffentlichen sondern nur aufzeigen, wie vielseitig die Ausgabeformen, typen und arten der Machins sind. 1967 wollte man eine neue Freimarkenserie mit Abbildung der Queen herausbringen. Man stieß nach einigem Suchen auf ein plastisches Porzellanporträt des Graphikers Arnold Machin, das den Kopf der jugendlichen Königin in unnachahmlicher Seitenpose zeigt. Durch experimentelle Photographiestudien aus allen Richtungen mit diversen Lichtquellen und Beleuchtungswinkeln schälte sich die zur Verwendung gelangte Fassung heraus. Die Machins waren geboren und erblickten am 5. Juni 1967 das Licht der Welt. Wertangabe in „D“ In den Jahren 196769 kamen 16 Werte an die Schalter, die sich durch alte Wertangaben („D“) auszeichnen. Auf das europäische Dezimalsystem wurde erst am 15.2.1971 umgestellt. In dieser Serie sind die einzigen Machins, 4 Stück, enthalten (7, 9 und zwei x 8 Pence), die die Wertangabe auf der rechten Seite tragen, ansonsten immer links.

4 Währungsumstellung Die schon erwähnte Währungsangleichung an das europäische Dezimalsystem 1971 bedingte zwangsläufig neue Briefmarken, die auch prompt am Stichtag erschienen. Die Wertangabe war nun „P“ statt „D“. Die 13 Werte waren dann auch der Beginn einer bis heute sich fortsetzenden Serie, die sich durch zahlreiche Variationen, Farben und Wertstufenvielfalt auszeichnet. Betrachten wir uns die typischen Merkmale dieser Ausgabe einmal näher. PhosphorAufdrucke Alle GroßbritannienSammler*innen kennen das Problem der PhosphorAufdrucke. Grundsätzlich haben alle Marken diese unter UVLicht leuchtenden Streifen, die für das maschinelle Lesen gebraucht werden. Nun gibt es aber Machins mit ganzflächiger Fluoreszenz, mit Streifen links, recht oder in der Mitte, mit fehlerhaftem oder gar fehlendem Aufdruck. Die Bewertungen in englischen Händlerpreislisten zeigen da ganz differenzierte und beachtliche Angaben, je nach Häufigkeit. Spezialkataloge geben hier erschöpfend Auskunft. Über die Aufnahme in eine MachinSammlung kann man geteilter Meinung sein. Phosphorstreifen sind für die maschinelle Lesbarkeit gedacht, sie sind bei direkter Betrachtung fast unsichtbar und können allenfalls nur durch schrägen Lichteinfall oder durch spezielle UVLampen erkannt werden. Philatelistisch keineswegs uninteressant, sagen sie einer/m Ausstellungsbesucher*in doch recht wenig, wenn er die gleiche Marke mehrmals sieht und dabei auf unsichtbare Dinge wie verschiedene PhosphorstreifenAnordnungen hingewiesen wird. Aber LumogenVarianten sind nun mal eine britische Eigenart, die akzeptiert werden muss und die sich in England großer Sammlerbeliebtheit erfreut. Sei wie eine Briefmarke. Bleib an einer Sache dran, bis Du am Ziel bist. Josh Billings (1818 - 1885)

5 Papier und Gummiarten, Farbnuancen Bei den jahrelangen Laufzeiten werden Werte zwangsläufig nachgedruckt und damit ergeben sich ebenso zwangsläufig feine Unterschiede im Papier, der Gummierung oder in der Farbe. Spezialisten unterscheiden bei den Machins diverse Papiersorten, arten und dichten. Auch die Gummierung hat wechselnde chemische Zusammensetzungen, die mal weiß, mal gelblich gefärbt ist. Farbnuancen schließlich bleiben bei mehreren Nachdrucken einer Marke ebenfalls nicht aus. Sie sind keine Besonderheit der MachinMarken, aber sie kommen eben auch bei ihnen häufig vor. Dabei werden diese im Katalog nur am Rande erwähnt, sie sind alltäglich. Wertzifferntypen und stellungen Der GBSpezialkatalog nennt zahlreiche Variationen, die sich auf die Wertziffer und deren Stellung beziehen. Die Wertangaben unterscheiden sich oft Millimeter bzw. Bruchteile in der Größe. Auch vom linken bzw. unteren Rand können differenzierte Abstände gemessen werden. Wenige sind mit dem bloßen Auge, die meisten aber nur mit hochempfindlichen Messinstrumenten zu unterscheiden. Kopftypen In der Büste selbst unterscheiden Spezialisten 13 verschiedene Kopftypen, die minimale Abweichungen in der Zeichnung charakterisieren. Mal ist es eine gebogene Linie im Haar, mal ist der Sockel der Büste flacher, mal ist die Perlenkette unregelmäßig oder der Hintergrund ist heller. Der Spezialkatalog gibt da erschöpfend Auskunft. Alle bis jetzt genannten Eigenarten der Machins sind zwar vorhanden, aber für das menschliche Auge ohne Lupe kaum wahrnehmbar. Ob man sie in eine Ausstellungssammlung aufnehmen sollte, muss jeder selbst entscheiden. Nach meiner Meinung sprengen sie aber bei weitem den verfügbaren Rahmen. Man müsste sicherlich mehr als 1.000 Typen zusammentragen und große Summen ausgeben, wollte man die obigen Unterscheidungsmerkmale alle berücksichtigen. Als Beispiel sei die niedrigste Wertstufe zu 2 Pence genannt (Mi.Nr. 561). Sie hat 67 Untertypen, die sich im Katalogpreis von 10 Cent bis € 1.200,00 bewegen. Ähnlich liegen alle anderen Werte. Nach meiner Meinung sind für Ausstellungszwecke nur die nachfolgenden Unterscheidungsmerkmale interessant, weil sie mit gutem Auge auszumachen sind. Trotz Pandemiekrise – die Mitgliedschaft Im Verein ist die richtige Entscheidung.

6 Einzelwerte Bis jetzt zählt die MachinSerie schon ca. 200 Hauptnummern und das alleine vom britischen Mutterland. Dazu kommen weit über 200 RegionalMarken von Nordirland, Schottland, Wales und der Insel Man. Sie ist somit eine der umfangreichsten, wenn nicht die umfangreichste Freimarkenserie überhaupt. An Farbenpracht ist sie kaum zu überbieten, wenn man sie als Ganzes sieht. Aber auch so stellt sie einige Rekorde auf, wie man noch lesen wird, hauptsächlich in ihren zahlreichen Variationen. Zu den kleinformatigen Freimarken gesellten sich in den 70er Jahren noch 15 großformatige, höherwertige Ausgaben, die sogenannten Pfundwerte. Sie sind in gleicher Manier wie ihre kleinen Schwestern gehalten, veranschaulichen aber auch hier vortrefflich die einfache Erhabenheit des Porträts. Die ersten acht sind im Stichtiefdruck, die restlichen im etwas größeren Format im Rastertiefdruck gefertigt. Die beiden Druckverfahren sind leicht zu unterscheiden. Eine 1. PfundMarke im kleinen, geläufigen Format ist schon seit 1995 auf dem Markt. Weitere Werte zu 1.5, 2., 3. und 5. Pfund folgten im März 1999. Somit kann man davon ausgehen, dass die in verschiedenen Druckverfahren hergestellten großformatigen Höchstwerte langfristig durch kleinformatige ersetzt werden. Wegen verschiedener Aspekte kommt man nicht umhin, die Einzelmarken nach folgenden Gesichtspunkten zu gliedern: Druckverfahren Die Machins wurden und werden von 6 verschiedenen Druckereien gedruckt. Jede konnte das Druckverfahren frei wählen. Die meisten Marken gibt es wertgleich im Offset und im Rastertiefdruck, einige auch nur im einen oder anderen. Ersteren erkennt man mit einer Lupe leicht an den sauberen, scharfen Rändern der Wertziffern, während letzterer unscharfe, stufige Kanten aufweist. Weitere Unterscheidungsmerkmale sind an der Halskette, im Haar und an der Krone

7 auszumachen. Im MichelKatalog erhalten beide Druckverfahren eigene Nummern, im Gegensatz zu englischen Werken. Zähnung Die Herstellung in verschiedenen Druckereien verursachte auch die Verwendung verschiedener Zähnungen. Drei sind bekannt. Während die geläufigste 14.¾: 14 ist, kennt man auch 13.¾: 14. Durch den zeitweiligen Ausfall einer Zähnungsmaschine ist sogar 12.¾: 13.¼ bekannt. Aus Markenheftchen stammen fast 90 Marken ein oder zweiseitig geschnitten. Eine weitere Besonderheit, die es natürlich wiederum meist in beiden Ab 1993 schließlich werden britische Marken mit einer sogenannten Sicherheitszähnung versehen. Diese ist eine ovale Einbuchtung im unteren Drittel der senkrechten Zähnung, links und rechts. Davon gibt es neue Werte, aber auch alte in Neuauflage. Im Katalog finden sie sich als eigene Nummern mit dieser Zähnung wie auch Unternummern zu bereits verausgabten. First / SecondMarken Um bei den ständigen Portoerhöhungen nicht immer wieder neue Marken drucken zu müssen, verfiel die britische Post auf eine einfache Lösung. Sie druckte Marken mit Wertangabe 1ST bzw. 2ND. Diese können immer für das gängigste Porto benützt werden. (Zurzeit: 2 ND = 20 P und 1 ST = 26 P). Bis jetzt sind je Portostufe 2 Werte in beiden Druckverfahren erschienen, das sind 8 Werte. 1998 wurden auch beide Wertstufen auf Einhunderterrollen selbstklebend ausgegeben. Sogenannte DoppelkopfAusgaben Zum 150jährigen Jubiläum der 1. britischen Briefmarke erschienen 5 Marken mit Doppelporträt der Königinnen Viktoria und Elisabeth im Rastertiefdruck. Wegen ihres unverkennbaren Bildes sind sie ebenfalls den Machins zuzuordnen. Zwei weitere im Offsetdruck und gleichem Wert folgten. Dann ist selbstverständlich der Gedenkblock zum gleichen Anlass zu nennen, der eine 20 PMarke aufweist. Diese ist somit die einzige aus einem Block stammende MachinMarke.

8 Machins im Querformat 1993 gab es eine typische MachinMarke im Querformat und Offsetdruck als 1STWert in einem Markenheftchen. Eine neue Variante war geboren. Die gleiche Marke und eine weitere 2ND erschien 1997 im Rastertiefdruck auf 100erStreifen in Schachteln für Großabnehmer*innen. Alle drei sind selbstklebend. Buchstabencodes als Werteindruck Am Jahresanfang 1999 durften sich die MachinSammler endlich wieder über eine neue Variante „freuen“. Statt einer Wertangabe ist nur ein großes „E“ zu entdecken. Es steht für das Porto von Postkarten und Briefe der ersten Dringlichkeitsstufe per Luftpost in europäische Länder. Zur Zeit der Ausgabe waren das 30 Pence. Ähnlich wie bei den First/SecondMarken liegt auch hier ein gewisser Vorteil auf der Hand. Die so gekennzeichneten Marken haben bei einer Portoerhöhung weiterhin Bestand und brauchen nicht nachgedruckt zu werden. Auch bei der Einführung des Euro genügte eine Neutaxierung seitens der Post in die neue Währung und die Marken konnten weiterlaufen. Wenn die britische Post für ein solch spezialisiertes Porto eine eigene Marke ausgibt, bleibt doch die bange Frage, ob da nicht noch mehr Portostufen mit bestimmten Buchstabencodes abgedeckt werden und nach und nach derartige Marken erscheinen. Verständlich, dass bei MachinSammlern einige beklemmende Gefühle geweckt werden. Aber vielleicht ist diese Art Wertangabe überhaupt die Idee, um BriefmarkenNeuausgaben langfristig gültig zu halten. Ab 2000 – eine neue MachinVariante überrascht die Sammlerwelt Am 6. Januar 2000 erschien eine weitere MachinMarke in der FirstclassKategorie, die sich jedoch wesentlich von ihren Vorgängerinnen unterscheidet. Das Portrait ist überarbeitet worden und wirkt durch seine größere Wiedergabe noch plastischer. Der Hintergrund ist weiß, was die Büste extrem in den Vordergrund hebt. Noch immer ist die Queen als junge Frau abgebildet, obwohl das Kritiker schon öfter bemängelt haben. Hat man in England nicht den Mut, sie so zu zeigen, wie sie heute aussieht? In einer realistischen Abbildung liegt doch auch Würde, trotz und gerade wegen des Alters.

9 Bleibt abzuwarten, ob es sich hier um eine einmalige Ausgabe handelt, oder, was viel wahrscheinlicher ist, ob alle Machins in Zukunft so aussehen werden. Trifft letzteres zu, könnte man einen Schlussstrich ziehen und ab dieser anders gestalteten Freimarkenvariante die Sammlung abschließen. Aber welcher echte MachinFreak würde das schon tun? Regionalmarken und andere Wie schon erwähnt, gibt es über 200 Machins aus den Regionen Irland, Schottland, Wales und der Insel Man. Sie unterscheiden sich von den Mutterlandsmarken durch beigedruckte Landesinsignien. Jede Region bringt es auf etwa 80 Freimarken in beiden Druckverfahren und diversen Zähnungen, nur die Insel Man begnügte sich mit den 1971 verausgabten vier Werten. Ein Novum ist die letzte Ausgabe von Wales 1998. Bei diesen vier Marken wird erstmals auf die Wertangabe „P“ verzichtet. Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass in Guernsey 1978 zwei großformatige Sondermarken mit typischen MachinPorträt erschienen sind, allerdings zusätzlich mit zum Ausgabegrund entsprechenden Texten. Dann ist da noch die vormals britische Kronkolonie HongKong, von der wir ebenfalls Freimarken kennen, die das KöniginPorträt abbilden. Zwar ist es kleiner und daneben prangen chinesische Schriftzeichen, aber es ist unverkennbar das MachinBildnis. Es kommt auf vielen kleinen und höherwertigen größeren Formaten vor, außerdem gibt es eine Anzahl Blocks mit einer MachinMarke, einen sogar mit Phasendrucke der Entstehung. Gewiss, diese landesspezifischen Emissionen sind wohl ein eigenes Sammelgebiet, aber es sind zweifelsfrei Machins, wenn auch in leicht abgeändertem Drumherum. Das Bildnis jedenfalls stimmt. Verlassen wir nun die Einzelmarken und schauen wir uns an, was es noch so an Erscheinungsformen der Machins gibt. Markenheftchen bzw. Heftchenblätter Die Bekanntheit der MachinSerie beruht wohl nicht allein auf ihren Einzelwerten. Sicherlich haben die vielseitigen Markenheftchen (MH) mit ihren diversen Heftchenblättern (HB) da mitgeholfen. Vorweggesagt, es gibt unzählige und in allen Variationen.

10 Grob zu unterscheiden sind MH, die gleiche Marken beinhalten und solche mit Zusammendrucken (ZD). Natürlich sind letztere die interessanteren, beherbergen sie doch viele verschiedene ZD, die farblich überaus dekorativ wirken. Nicht wenige haben mit Texten und Reklame versehene Zierfelder. Auch sie gibt es im Offset und Rastertiefdruck, manche in beiden Versionen, manche nur in einer von beiden. Eine Anzahl HB gibt es in spiegelverkehrter Anordnung ganz offiziell und katalogisiert. Aber einige wenige wurden postseitig nicht so verausgabt, trotzdem sind sie spiegelverkehrt existent. Diese sind natürlich gesucht und nicht billig. Selbstredend gibt es Markenheftchen auch von den First und SecondMarken, sowie den sog. Doppelkopfausgaben, im Offset und Rastertiefdruck. Beide Versionen jedoch nicht als Zusammendrucke.Beide Versionen jedoch nicht als Zusammendrucke. Spezialisten unterscheiden auch die verschiedenartigen Heftchendeckel. Oft in ganzen MotivSerien mit gleichem Inhalt verausgabt, werden sie vornehmlich in England gerne gesammelt. Wer sich aber nur für Marken interessiert, dem genügt wohl ein HeftchenExemplar. Prestigemarkenheftchen Seit Jahren gibt die britische Post sogenannte PrestigeMarkenheftchen heraus. Dabei handelt es sich um besonders dekorativ aufgemachte Heftchenblätter, meist mit MachinMarken. Bis heute sind es fast 100 Stück, zählt man die RegionalHB mit. Das Ganze ist jährlich einem bestimmten Thema gewidmet, wobei auch durchaus Reklame zu finden ist. Die Royal Mail ist nicht überparteilich, sie nimmt in ihre Erzeugnisse gegen entsprechende Zahlung gerne Werbung auf. So gibt es MH für private, halb und vollamtliche Einrichtungen und Institutionen, aber auch berühmte Personen wurden so geehrt. Optisch

11 schön gelungen sind die HB, die aus diversen MachinBlöcken bzw. Zusammendrucken bestehen können und beigedruckt zum Thema passende erläuternde Illustrationen haben. Eine Besonderheit sind auch die hier vorkommenden Mischzusammendrucke von Mutterland, Regional, Doppelkopf und First/SecondMarken, schön bunt gemischt. Eines der vier oder fünf HB pro MH ist auch noch mit einem ansprechenden Zierfeld, zum Motiv passend, ausgestattet. Die so verpackten Machins sind eine Augenweide. Dekorativ sind auch die enthaltenen Zwischenblätter ohne Marken, die informativ auf das Erscheinungsthema ausgerichtet sind. Den Vogel schießt sicherlich das MH von 1999 ab. Es ist speziell zur Würdigung der MachinSerie erschienen und enthält auf seinen HB und Zwischenblättern eine Fülle von Informationen. über die Geschichte und Herstellung der Machins. Absolut neuartig sind drei von den fünf HB, die einmal einen Neunerblock der 1 STMarke, ein HB mit großformatigen Machins im Prägedruck, bis auf die Wertbezeichnung in weiß und selbstklebend, ein HB mit großer 1 ST, schwarz, im Viererblock und Steintiefdruck, die gleichen Marken in hässlicher Strichelung im Buchdruck und ein Neuerblock 1 ST mit Zierfeld aufweisen. Interessant sind die vier verschiedenen Druckverfahren in einem Heftchen, dessen HB in vier verschiedenen Druckereien hergestellt wurden und deren Marken auch noch verschiedene Zähnungen aufweisen. Die „normalen“ MachinHB sind in dem seltenen HeliogravüreVerfahren, einem abgewandelten Rastertiefdruck hergestellt. Hier wurden drei vollkommen neue MachinMarkentypen kreiert und dem Sammler zugemutet, pardon „präsentiert“. Markenheftchen mit teilgezähnten Marken Viele HB beinhalten Marken, die ein oder zweiseitig ungezähnt sind. Natürlich gibt es sie meist auch als Einzelmarken, vierseitig gezähnt. Aber welche/r MachinSammler*in lässt es bei diesen bewenden, wenn es sie auch noch teilgezähnt gibt? Also gilt es, auch diese zusammenzutragen oder zumindest das HB vorzuzeigen. Hier muss man wohl die HB mit gleichen Marken berücksichtigen, die eben oben, unten oder/und rechts ungezähnt sein können. Natürlich gibt es einige gleiche HB, die sich aber in der Zähnung und Druckverfahren unterscheiden. Auch hier gilt: Augen auf und Fachwissen aneignen. Schön und sammelwürdig sind auch die neueren Heftchendeckel, die gute Abbildungen von MachinMarken vorweisen.

12 FensterMH (sog. WindowBooklets) Diese heißen so wegen ihres durchsichtigen Fensterchens, das einen Blick auf den Inhalt erlaubt, Die Eigenart dieser HB besteht darin, dass sie umseitig einen Rand mit Leerfeldern besitzen, das ihnen das Aussehen kleiner schmuckloser Blocks gibt. Sie bestehen nur aus Marken gleicher Wertstufen, also keine Zusammendrucke. Wegen ihres charakteristischen Aussehens dürfen sie in keiner MachinSpezialsammlung fehlen. SonderMarkenheftchen mit Zierfelder Der MachinVariationen noch immer nicht genug, ist noch von z. Z. 8 SonderMarkenheftchen zu berichten. Sie bestehen aus einem Viererblock 1STMachins und haben ein anhängendes dekoratives Zierfeld, das auf ein bestimmtes Ereignis hinweist. So ist das: 300 Jahre Bank von England, 100. Geburtstag von G. Mitchell, 70. Geburtstag der Queen, Übergabe HongKongs an China, Treffen der CommonwealthsChefs, 50. Geburtstag von Prinz Charles, 50 Jahre Berliner Luftbrücke und RugbyWeltmeisterschaft. Alle sind nett anzusehen und erweitern die MachinErscheinungsformen um eine weitere augenfällige Variante. KaufhausHB 1994 verausgabte die britische Post ein blockähnliches HB mit Eindruck eines 1 STWertes. Neben Verwendungsangaben ist auch das Firmenlogo einer großen Kaufhauskette aufgedruckt. 1995 erschien das nächste, ohne Firmeneindruck, das es auch im neuen rechnergestützten Druckverfahren gibt. Auffällig ist die Perforation im Dreieck, deren Sinn in der um die mitgelieferte Postkarte gelegten Anordnung liegt. Diese Stücke werden in England fälschlicherweise als Blocks bezeichnet, obwohl es nur Sonderanfertigungen zu einem bestimmten Zweck sind. Zusammendrucke aus Rollen Ab 1967 erscheinen Zusammendruckstreifen, meist für „Reader´s Digest“. Dabei handelt es sich um Zusammendrucke in Vierer bzw. FünferstreifenAnordnung, die sich auf der Rolle dann ständig wiederholen. Eine bestimmte Grundanordnung wurde katalogisiert. Je nachdem, wo gerissen wird, entstehen natürlich verschobene Anordnungen, eben nach links oder rechts versetzt. Rechnerisch sind über 50 ZusammendruckKombinationen möglich. Rückseitige Bedruckung Einige Heftchen verkaufte man in den siebziger Jahren in der Weihnachtszeit mit einem Abschlag auf die Nominale.

13 Diese wurden mit rückseitigem Aufdruck versehen. In blauer Farbe bedruckte man den Gummi mit einem „D“ oder fünf bzw. zehnstrahlige Sterne. Entfernt man den Gummi, verschwindet auch die Bedruckung. Das Ganze wurde schon nach kurzer Zeit wiedereingestellt. DruckzylinderAngaben Je nach ausführender Druckerei trägt jedes 10. bzw. 20. Heftchenblatt und somit meist einmal jeder Bogen eine sogenannte DruckzylinderNummer am Rand. Diese besteht häufig aus Ziffern, aber auch Buchstaben und Ziffern. Ein Punkt hinter der Nummer bedeutet ebenfalls eine Hochnummerierung. Sie dienen lediglich drucktechnischen Erfordernissen, die Zylindernummer soll zurückverfolgt werden können. Nicht nur in England erfreuen sich diese Randzudrucke großer Beliebtheit unter den Sammler*innen. Zwischenstege Die einzelnen Bogen sind im Großbogen durch Zwischenstege getrennt. Englische Sammler*innen, und nicht nur diese, sind natürlich darauf erpicht, Verbindungsstücke zweier Bogen mit eben diesem Zwischenstück zu erlangen. Sie sind entsprechend selten und hauptsächlich bei den Pfundwerten nicht billig. Besonderheiten Farbsignaturen auf den Bogenrändern dienen der optischen Kennzeichnung für die Perforierungsmaschinen. Farbampeln nennt man die Farb und Druckproben, bei denen auf dem Zwischensteg bzw. Bogenrand die verwendeten Farben hinterlegt wurden. Sie waren nur bis 1979 möglich und sind relativ gesucht, hauptsächlich bei den großformatigen Pfundwerten. Natürlich gibt es einige Machins auch ungezähnt. Das ist selbstverständlich keine Eigenart dieser Serie. Wie überall auf der Welt gelangen auch in England ungezähnte Werte über mehr oder weniger dunkle Kanäle in den Handel. Stücke mit diesen drei Merkmalen demonstrieren die Vielfalt der vorkommenden Besonderheiten und sollten schon belegt werden. DruckereienLogos Jede der Druckereien wirbt am Bogenrand mit ihrem Emblem. So kann man leicht die Druckerei erkennen, wenn man im Besitz eines entsprechendes Randstückes ist.

14 Bei dieser Suchanzeige ging es darum, dass Informationen zu den Fährpoststempeln Kiel/Korsör gesucht wurden. Es haben sich mittlerweile Sammler aus dem dänischen Nachbarland gemeldet und weitere Informationen zu diesem Stempel geben können. Des Weiteren haben die dänischen Sammler auch weitere Stempel incl. Verwendungszeitraum zur Verfügung gestellt. Gleichzeitig gab es auch Informationen, dass es zwei Minensuchboote gab, die zu Passagierschiffen umgebaut wurden und für den Personendienst Kiel/ Korsör eingesetzt wurden. Die Fa. Enschedé druckt ihren Namenszug. Die Fa. Harrison vermerkte lange nichts, seit neuem ziert ein springender Hase über dem Firmennamen die Bogenränder. Die Fa. J. Waddington hat ein „W“ und ein kleines „R“ im Kreis, ein einfaches „W“ ist das Logo der Fa. Walsall, die ausschließlich Markenheftchen druckt. Die Fa. Questa schließlich führt ein stilisiertes „Q“, das sich auf dem Bogenrand findet. Alle Firmen haben auch ihre bestimmte Anordnungen und Schrifttypen bei den Zylindernummern. Man kann geteilter Meinung sein, ob Druckereienlogos in einer Sammlung gezeigt werden sollen. Ich meine, eine kurze Erwähnung mit Belegexemplar ist für diese „Randerscheinungen“ sicher nicht verkehrt. Allgemein finden sich auf den Bogenrändern auch noch die Verkaufspreise des ganzen Bogens und eine KontrollNummer. Antwort auf die Suchanzeige S 001

15 PLGZ aptiert DUTTWEILER über NEUSTADT (WEINSTR) Weinfass mit Weintrauben re. und li. jeweils 1 Punkt / Datum / Uhrzeit Eine Porte zur Deutschen Weinstraße 31.12.1962 Biete / Suche / Tausche S004 Suche folgende Werbestempel auf Ansichtskarten, Brief, Kleinbrief und Postkarten. Zusendungen bitte an den Redaktion 1.Vorsitzender@bsvspeyer.de S003 Suche Belege vom ADAC, Freistempel, besonders Wertbriefe, NachnahmePostgut, Zustellgebühr bezahlt, Postautomation, Privatpost Marken (ADAC) usw. Angebote an: Zusendungen bitte an den Redaktion 1.Vorsitzender@bsvspeyer.de Somit heißt es nun, dass die Recherchen sich noch weiter ausdehnen dürften. Hier einige weitere Fährpoststempel Kiel/Korsör, weitere Informationen folgen.

16 (22b) GIMMELDINGEN a.d. Weinstrasse darunter ein Römer re. und li. jeweils 1 Weintraube / Datum / Uhrzeit Trinkt MeerspinnWein Verwendungszeitraum: 20.07.195531.12.1962 PLGZ apiert GIMMELDINGEN a.d. Weinstrasse darunter ein Römer re. und li. jeweils 1 Weintraube / Datum / Uhrzeit Trinkt MeerspinnWein 17.08.1962 31.12.1962 FORST AN DER WEINSTRASSE Weinrebe mit Weinpokal und der Inschrift "mit den besten Weinlagen der Pfalz" re. und li. jeweils 1 Weinblatt / Datum / Uhrzeit Postleitzahl Verwendungszeitraum: 01.02.196731.01.1976 musste wegen unlauteren Wettbewerbs zurückgezogen werden (den besten) FORST AN DER WEINSTRASSE Weinrebe mit Weinpokal und der Inschrift "hervorragende Weinlage der Pfalz" re. und li. jeweils 1 Weinblatt / Datum / Uhrzeit Postleitzahl Verwendungszeitraum: 01.02.196731.01.1976 (22b) DUTTWEILER über NEUSTADT (WEINSTR) Weinfass mit Weintrauben re. und li. jeweils 1 Punkt / Datum / Uhrzeit Eine Porte zur Deutschen Weinstraße Verwendungszeitraum: 21.09.19561961

17 (22b) MUSSBACH (WEINSTR) Traube mit zwei Blättern Im Edelweinbaugebiet re. und li. jeweils 1 Punkt / Datum / Uhrzeit der Mittelhaardt Verwendungszeitraum: 09.09.1959 06.03.1963 PLGZ aptiert MUSSBACH (WEINSTR) Traube mit zwei Blättern Im Edelweinbaugebiet re. und li. jeweils 1 Punkt / Datum / UHrzeit der Mittelhaardt Verwenundszeitraum: 03.07.1962 06.03.1963 (22b) HAMBACH über Neustadt (Weinstr) Hambacher Schloss auf Hügel re. und li. jeweils 1 Punkt / Datum / Uhrzeit Trinkt Hambacher Riesling 23.08.1955 27.04.1962 (22b) HAMBACH ü. NEUSTADT (WEINSTR) Hambacher Schloss mit Fahnen Datum / Uhrzeit HAMBACHER FEST 18321957 Verwendungszeitraum: 25. und 26.5.1957 PLGZ aptiert HAMBACH über Neustadt (Weinstr) Hambacher Schloss auf Hügel rechts und links jeweils 1 Punkt Trinkt Hambacher Riesling 31.12.1962

18 Ansprechpartner im Briefmarkensammlerverein Speyer 1. Vorsitzender / Redaktion Markus Steuerwald VanLeydenStr. 19, 67061 Ludwigshafen Tel.: 01788437428 EMail: 1. Vorsitzender@bsvspeyer.de 2. Vorsitzender Helmut Piesch Am Hirschgraben 41, 67360 Lingenfeld Tel.: 06344 / 5950 EMail: 2. Vorsitzender@bsvspeyer.de Schatzmeister Stefan Kapp Langgewannstr. 34, 76726 Germersheim Tel.: 07274 / 778388 EMail: Schatzmeister@bsvspeyer.de Schriftführer Dr. Wolfgang Dreher Am Viehtriftweg 51 a, 67374 Hanhofen Tel.: 06344 / 953166 EMail: Schriftfuehrer@bsvspeyer.de Jugendgruppe Anja Stähler An der Brache 4, 67245 Lambsheim Tel.: 06233 / 359544 EMail: Jugendleitung@bsvspeyer.de Archiv Manfred Claus Ostpreußenstr. 19, 67165 Waldsee Tel.: 06236 / 53239 EMail: Archivar@bsvspeyer.de Homepage Jürgen Lutz Alte Kirche 9 a, 67374 Hanhofen Tel.: 06344 / 9365888 EMail: Webmaster@bsvspeyer.de Beisitzer Erhard Frey PeterRoseggerWeg 14, 67346 Speyer Tel.: 06232 / 3870 EMail: Bibliothek@bsvspeyer.de Impressum / Herausgeber Briefmarkensammlerverein Speyer, Redaktion (Markus Steuerwald) EMail: 1.Vorsitzender@bsvspeyer.de Homepage: www.bsvspeyer.de Bankkonto: Briefmarkensammlerverein Speyer IBAN: DE 075 545 500 1 0000000 3954 / BIC: LUHSDE6AXXX Photomechanische Wiedergabe oder Nachdrucke, auch auszugsweise, sind nur mit vorheriger schriftlicher Genehmigung des Verfassers oder Herausgebers bei ausführlicher Quellenangabe erlaubt. Die mit Namen des Verfassers gekennzeichneten Artikel und Beiträge sind nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und/oder des Vorstandes.

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