Speyerer Bote Mai 2022

Speyerer Bote Heft-Nr. 138 35. Jahrgang Mai 2022 www.bsv-speyer.de Deutsche LuftpostReederei Fluglinie WeimarLeipzig im Jahr 1919 Luftpostbeleg aufgegeben am 12.August 1919 in Weimar und mit der DLR bis Leipzig verschickt. Ab Leipzig auf dem normalen Postweg nach Dresden befördert. Abflug von Weimar am Nachmittag 4 Uhr, Ankunft in Leipzig am Nachmittag 5.10 Uhr. Frankiert mit GermaniaMarken im Frankaturwertz von 147 1/2Pfennig. LuftpostAufgabestempel von WeimarNationalversammlung "b" mit dem Datum 12.8.1919. 12 Uhr Nachmittag. Verbilligte Postgebühren vom 12.Juli bis 30.September 1919 für Briefe bis 250 g. inkl. Luftzuschlag 1.45 Mark. Am 31.Juli 1919 wurde der Flupostverkehr vorübergehend wegen Kraftstoffmangel eingestell.

3 Der PC, auch für Sammler*innen vorteilhaft Für alle, die etwas älter sind und mit einem Personal Computer nichts am Hut haben, ist nichts so grässlich, wie der Gedanke, sich mit einem solchem zu beschäftigen. Viele sehen eben nur die überspannten ActionSpiele ihrer Kinder und Enkel oder hören von einer kompliziert zu bedienenden InternetPlattform. Alles Dinge, die weit weggeschoben werden, frei nach dem Motto „was ich mein ganzes Leben nicht gebraucht habe, brauche ich auch jetzt nicht“. Aber der PC birgt eben noch vieles mehr an Anwendungsmöglichkeiten. Gehen wir doch einmal ein wenig der Frage nach, was er uns Philatelisten bringen könnte. Korrespondenz Zunächst kann man ihn als äußerst komfortable Schreibmaschine bezeichnen, ideal für unsere Korrespondenz. In Sekundenschnelle sind Fehler ausgemerzt, Absätze verschoben, Wörter oder Sätze eingefügt, fett gedruckt, mittig, links oder rechts ausgerichtet, Titel und Überschriften vergrößert und/oder farbig gestaltet, der Text in eine von vielen auswählbaren Schriftarten umgewandelt u.v.m. Weiter kann man mühelos bunte Graphiken einfügen, die einem Artikel eine ganz persönliche Note geben. Speichert man seine Briefe logischerweise ab, sind Duplikate der verschickten Schreiben überflüssig. Man kann alles jederzeit im PC nachlesen. Auch Tabellen und Statistiken lassen sich leicht zusammenstellen, umsortieren und dekorativ ausdrucken. So gesehen ist ein PC der ideale elektronische Ordner und hilft Papier zu sparen. Vor allem ist jede Angst wegen einer komplizierten Bedienung grundlos. Sicher, man muss ein paar grundsätzliche Befehle kennen, die jedoch auch leicht nachzulesen sind. Nach etwa vier Wochen Arbeitserfahrung ist das aber alles kein Problem mehr, überall im PC gibt es Hilfemöglichkeiten und alles ist nur halb so schlimm, wie man meinen könnte. Umschläge Ein weiteres PCBetätigungsfeld sind Umschläge, für uns Philatelisten ja ein beliebtes Sammelobjekt. Natürlich legen wir in erster Linie Wert auf die Frankatur, aber ein schön gestalteter Umschlag erfreut ebenso das Sammlerherz. Nicht umsonst sind FDC’s so beliebt. Aus zig oder gar Hunderten Schriften kann man eine auswählen, die vielleicht im Mittelalter schon gebräuchlich war oder auch ganz modern ist. Kurt Keller

4 Daneben kann man eine zur Marke passende Graphik setzten, die sich ja stufenlos vergrößern oder verkleinern lässt. Im Fachhandel gibt es auch sogenannte CD’s, im Aussehen ähnlich den Musikdisketten, die z .B. die Briefmarken der Bundesrepublik enthalten. Setzt man nun die gleiche Marke vergrößert in die linke untere Ecke eines Umschlags, wählt für die Anschrift einen passenden Schrifttyp, vielleicht noch farbig abgestimmt und frankiert mit der gleichen aufgedruckten Marke, ist die Freude beim/der Empfänger*in sicher groß. Aber auch Tausende, zu jeder Gelegenheit passende Graphiken sind im Handel erhältlich. Der Fantasie beim Gestalten sind jedenfalls keine Grenzen gesetzt, unzählige Variationen und Möglichkeiten sind denkbar. Und eine ist schöner als die andere. Bei dieser Gelegenheit sei auch auf die neuen DigitalKameras verwiesen, die man mit dem PC verbinden kann. Sie arbeiten ohne den klassischen Film. Mit ihnen sind Aufnahmen aller erdenklichen Motive und Gegenstände in hervorragender Qualität möglich. Somit kann zum gewünschten Anlass ein passendes Motiv aufgenommen werden und geschickt auf dem Umschlag platziert werden. Das aber erfordert schon ein spezielles EDVWissen, das schon über die Grundkenntnisse hinausgeht, es sei nur der Vollständigkeit halber erwähnt. Wie dem auch sei, jeder einigermaßen versierte PCBenutzer ist heute in der Lage, seine eigenen Umschläge in absoluter Profiqualität ganz individuell herzustellen. Doch wenden wir uns nach diesen etwas abschweifenden Gedanken wieder den PCMöglichkeiten zu. Urkunden Alle Jahre wieder verleiht der Vorstand eines Briefmarkensammlervereins an verdiente Mitglieder Urkunden. Diese sollen ja ansprechend aussehen und man ist immer auf der Suche nach jemandem, der einigermaßen schön schreiben kann. Mit dem PC ist das überhaupt kein Problem. Hier lassen sich mit etwas Übung die tollsten Urkunden schreiben, die dem Geehrten auch wirklich gefallen und ansprechen. Handbücher Viele Sammler*innen haben sich im Laufe der Zeit ein enormes Fachwissen angeeignet und eine sehenswerte Sammlung zusammengetragen. Mit jedem neuen Beleg wächst auch das Wissen. Irgendwann merkt man, dass man mit seinen Belegen in der Lage wäre, eine Art Handbuch oder auch nur mal einen guten Fachartikel über sein Sammelgebiet zu schreiben. Vielleicht möchte man seine Belege

5 dokumentieren oder in einer Arbeitsgemeinschaft veröffentlichen und anderen interessierten Sammler*innen zugänglich machen. Alles was man dazu braucht ist ein PC und einen sogenannten Scanner. Mit ihm kann man seine Marken und Belege fotographisch in den PC bringen und dort in ein Textdokument einbinden. So könnte man z. B. auf einem Blatt alle Stempel erfassen und beschreiben. Hält man dabei eine gewisse wiederkehrende Ordnung ein und baut das Ganze nach bestimmten Regeln auf, entsteht mit Sicherheit ein ansprechendes Nachschlagewerk in Form eines Aufsatzes, Broschüre oder gar Handbuchs. Änderungen und Ergänzungen sind leicht eingefügt und erneut ausgedruckt. Welche Arbeit auf der alten Schreibmaschine! Jeder kennt ja die uralte Problematik: Das Blatt ist zu dreiviertel geschrieben, da schleicht sich ein schwerer, nicht zu reparierender Druckfehler ein. Also weg mit dem Blatt (und einer halben Stunde Arbeit) in den Papierkorb und neu begonnen. Welche Erleichterung auf dem PC! Blattgestaltung in der Ausstellungssammlung: das Titelblatt Hier eignet sich ein PC vorzüglich. Ein zur Sammlung passendes Symbol, eine vergrößerte, typische Marke, ein Motiv oder bei Ländersammlungen z. B. die Landesfahne oder eine Landkarte, sind mühelos aus einer GraphikDatei zu kreieren. Darunter eine schöne Überschrift und die Gliederung, akkurat gefertigt, ergeben ein kleines graphisches Kunstwerk. Mit Schrifttype, Größe und Farbe kann beliebig solange experimentiert und variiert werden, bis man mit dem Ergebnis zufrieden ist. Die Texte genau mittig zu setzten oder Aussparungen vorzunehmen ist ebenfalls kein Problem. Das Schöne daran, bei Änderungen im Aufbau ist das Blatt in Sekundenschnelle angepasst und neu ausgedruckt (ein vorheriges Abspeichern wird hier vorausgesetzt). Früher musste das ganze Blatt mit der Schreibmaschine neu geschrieben und gezeichnet werden, eine Heidenarbeit, mit dem PC heute aber eine Sekundensache. Sammlungsblätter Mit etwas Geschick lassen sich auch die erforderlichen Texte unter die dafür vorgesehenen Marken und Belegplatzierungen schreiben. Einziges Handicap: Nur DIN A4Blätter sind für die gängigen Drucker geeignet, größere Formate bedingen teuere Drucker. Bis alle Texte so sitzen, wie man es wünscht, mögen auch ein paar Versuche nötig sein, aber das Ergebnis besticht dann durch tolles Aussehen. Hat man größerer Blattformate, bietet sich das Schreiben der Texte auf ein gesondertes Blatt an. Diese werden dann ausgeschnitten und mittig unter die Belege aufgeklebt. Bei gleichem Papier des Text und Montagekartons fällt da überhaupt nichts auf und alles sieht sprichwörtlich aus ‘wie gedruckt’.

6 Nun, die Methode, einen PC für die Blattgestaltung zur Hilfe zu nehmen, setzt sich immer mehr durch, wie man leicht auf Ausstellungen feststellen kann. Besonders in der Aufmachung kann man damit punkten. Nur ein bisschen Übung ist erforderlich, die Erfolge können sich sehen lassen und die Ergebnisse sind einfach gut anzuschauen. Blattrahmen zu ziehen ist eine einfache Sache. Jedenfalls ist ein PC (unter anderem) die tollste Schreibmaschine, die es je gab. Ihre ungeahnten Möglichkeiten sollte man nutzen, auch, oder gerade, wenn man Pensionär ist. BriefmarkenVerwaltungsprogramme Einige Firmen bieten sogenannte BriefmarkenVerwaltungsprogramme an, die nichts an Komfort vermissen lassen. Man kann genaueste Bestandslisten führen, sich Arten der vorhandenen Marken und Belege speichern, Fehllisten drucken, Marken und ihre Plattenfehler anschauen, sich Zusatztexte merken, das alles auch drucken und vieles mehr. Es handelt sich um einen alles umfassenden Markenkatalog, den man auf seine ganz persönlichen Belange zurechtstutzen kann. Eine tolle Sache. Vereinsprogramme Für die Vereinsführung gibt es geeignete Software (Programme), die jeder/m Schriftführer*in und Kassier*in die Vereinsarbeit gewaltig vereinfachen können. Mitgliederführung, Abrechnung, Mahnwesen, Kassenführung, Rundsende und Neuheitendienst, Vereinsauktionsabwicklung mit allem, was dazu gehört, Einladungen, Jubiläums und Geburtstagslisten und vieles mehr wären da als Stichworte zu nennen. Werden die Mitgliederdaten so gepflegt, wie sie anfallen, ist immer alles aktuell und auf dem neuesten Stand. In der Regel sind diese Programme recht bedienerfreundlich und leicht zu lernen. Tabellen und Statistiken aller Art sind in Minuten erstellt und können dem Vorstand als Grundlage für wichtige Entscheidungen dienen. Freilich, ein oder zwei Mitglieder müssen sich ein wenig einarbeiten. Der Nutzen ist jedoch enorm. So ließen sich die Verwendungsmöglichkeiten eines PC’s, speziell für Markensammler*innen und Vereine noch beliebig fortsetzen. Die wichtigsten wurden genannt und werden auch sicher schon von vielen Sammler*innen genutzt. Aber bei ebenso vielen ist der Wunsch nach einem Hilfsmittel für saubere Schreibarbeit groß, aber die Angst vor einem PC noch größer. Gewiss, er kostet schon ein gewisses Sümmchen bei der Anschaffung, aber auch nicht so viel, wie manche meinen. Allgemein lässt sich sagen, nach einer Einarbeitungsphase macht es ungeheueren Spaß, damit zu arbeiten. Natürlich kann man noch viel,

7 viel mehr damit tun, was nichts mit Philatelie zu tun hat, deren Anwendungen hier kurz umrissen wurden. Ganz nebenbei hat man plötzlich eine Plattform für das magische Medienspektakel, genannt INTERNET mit seinen Auktionsmöglichkeiten und philatelistischen Schnäppchenjagden. Aber das ist wieder eine andere Geschichte. Die romanischen Dome von Mainz, Speyer und Worms Kurt Keller Der Dom von Mainz, Worms und Speyer

8 Weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt sind die Dome in Mainz, Speyer und Worms. Sie verbindet einiges: Wahrzeichen ihrer Städte, Weltkulturerbe, romanischer Baustil, etwa zur selben Zeit (kurz nach 1000) gebaut, Verwüstungen, Wiederaufbau, Kaiser und Königsgräber, prominenteste Besucher und viele Geschichten und Sagen. Beeindruckend durch ihre Größe, sind sie zu behauenem Stein gewordene mittelalterliche architektonische Wunderwerke, die noch heute dem Besucher einen tiefen Eindruck hinterlassen. Unter vielem anderen haben sie auch in der Philatelie ihren Niederschlag gefunden. Von allen drei Sakralbauten gibt es zahlreiche Stempel und einige Marken, auch aus dem Ausland. Amtliche und private Bildpostkarten mit eingedrucktem Wertzeichen vervollständigen anschaulich jede Sammlung mit den drei Domen. Jahrhundertfeiern, Stadtjubiläen oder Firmenpost, oft müssen die Stadtwahrzeichen für Stempelbilder herhalten, was natürlich die einheimischen Sammler freut. Jedenfalls lassen sich viele Blätter mit Dombelegen bestücken und so eine eindrucksvolle Ausstellungssammlung aufbauen. Eine kleine Auswahl von ca. 50 möglichen Stempelarten mit den 3 Domen. Der Satz des bekannten Hamburger Sammlers Professor Günther Heydt, der so treffend formulierte: "Marken flüstern, Briefe erzählen" Soll heißen: Auch die Stempel und Zusatzfrankaturen auf Postsendungen haben dokumentierenden Charakter und geben einer Sammlung eine besondere Note.

9 Die Entstehung der Rohrpost Markus Steuerwald In Zeiten der Digitalisierung ist es kaum vorstellbar, wie Briefe vor mehr als 150 Jahren transportiert wurden. Mittels der Rohrpost war es schon damals möglich, kleinere Gegenstände, Telegramme und Postsendungen in kleinen, zylindrischen Behältern mit Druckluft durch Röhren von A nach B transportieren zu können. Als Erfinder der Rohrpost gab es einmal den schottischen Ingenieur William Murdoch, der später für das Unternehmen „London Pneumatic Dispatch“ das System entwickelte. Des Weiteren wird aber auch der dänische Ingenieur George Medhurst genannt. George Medhurst soll als erster im Jahr 1810 die Druckunterschiede zur Beförderung genutzt haben. Das erste Patent wurde Josiah Latimer Clark im Jahr 1854 für den Transport von Briefen und Paketen per Rohrpost vergeben. Er hat auch das erste städtische Rohrpostsystem in London installiert. Dieses hatte eine Länge von 220 Yard (ca. 200 m) und stellte eine Verbindung zwischen der London Stock Exchange und dem Central Telegraph Office her. Clark gründete später mit T.W. Rammel die Pneumatic Despatch Company, die im Jahr 1861 eine 30 Zoll (76,2 cm) Röhre baute, in der Lasten bis zu 3 Tonnen transportiert werden konnten. Diese Pneumatic Dispatch Railway war bis 1874 in Betrieb. Eine ähnliche Anlage gab es in New York, die 1867 erbaut wurde und eine Länge von 107 Fuß (32,6 m) und einem Durchmesser von 6 Fuß (1,83 m) aufwies. Die Anlage von New York wurde von Alfred Ely Beach erbaut. Diese konnte zwölf Personen transportieren. Eine weitaus größere Anlage mit 312 Fuß (95 m) länge und 9 Fuß (2,74 m) Durchmesser, entstand 1869/1870 im Felsen unterhalb des Broadways. 1853 wurde die erste pneumatische Rohrpostanlage im Central Telegraph Office zur Beförderung von kleineren Gegenständen, Telegrammen und Postsendungen in kleinen, zylindrischen Behältern mit Druckluft durch Röhren von A nach B genutzt. Somit wurde postalisch gesehen die erste Rohrpost 1853 eingerichtet. Im März 1875 wurde dann die Rohrpost in Wien und im Dezember 1876 in Deutschland eingeführt. Weitere Rohrpostnetze gab es in;

10 Belgien, England, Schottland, Frankreich, Irland, Italien, und Tschechien. Die Fa. Siemens & Halske erhielt vom der königlich preußischen Telegraphendirektion den Auftrag zum Erbau eines Rohrpostsystems in Berlin. Die erste Linie der Pneumatischen Depeschenbeförderung wurde am 18. November 1865 in Betrieb genommen. Diese verlief vom Haupttelegraphenamt in der Französischen Str. 33 b/c und der Telegraphenstation in der Berliner Börse in der Burgstr. Ecke Neue Friedrichstraße. Damit wurde der eigentliche Impuls für die Entwicklung des Rohrpostsystems deutlich: Hierbei ging es um die schnelle Beförderung von Börsennotierungen, die aus dem In und Ausland im Haupttelegraphenamt ankamen oder von der Berliner Börse in die Welt gesendet werden sollten. Im März 1868 kamen noch die Telegraphenämter am Potsdamer Platz und Brandenburger Tor hinzu. Mittlerweile betrug das Rohrpostnetz in Berlin 18 km. Postkarten und Briefe mit einem Gewicht von 20 gr. (Maximalmaß: 14 cm × 9 cm) konnten versendet werden.

11 Im Dezember 1876 betrug die Gesamtlänge des Rohrpostnetzes ca. 26 km, da weitere 15 Rohrpostämter mit eingebunden wurden. 1940 erreichte es eine Strecklänge von ca. 400 km und rund 79 Post und Telegraphenämter waren nun angeschlossen. Im Jahr 1976 wurde der Betrieb für die Öffentlichkeit eingestellt. In OstBerlin wurden noch bis 1986 Telegramme per Rohrpost zugestellt. Während den alliierten Luftangriffen des zweiten Weltkrieges wurde das Rohrpostnetz in Berlin beschädigt bzw. zerstört. Der Betrieb einiger Rohrpoststrecken im Zentrum Berlins ist jedoch bis Ende März 1945 belegt. Bei einigen Rohrpoststrecken konnte belegt werden, dass Sie bis März 1945 in Betrieb waren. Grundsätzlich war die Rohrpost Berlin bis zur Kapitulation am 8. Mai 1945 in Betrieb. Der Versuchstempel von Berlin W 49 (R 30), der als Entwertungs und Ankunftsstempel bekannt ist. In der unteren Reihe steht die Uhrzeit. Zu nächst in Vollerstunde, der Kleinbuchstabe in der Mitte steht für die MinutenZeitgruppe von je 15 Minuten. a = 1.15. Minuten, b = 16.30. Minuten, c = 31.45. Minuten, d = 46.60. Minuten

12 Aufgegeben wurde diese Postkarte vom Rechtsanwalt Thiel, der bei den Landgerichten I, II und III ansässig ist. Diese Postkarte wurde beim Postamt 54 aufgegeben, wo gleichzeitig das Rohrpostamt 11 ansässig ist. Auf dem gezeigten Beleg wurde als Aufgabestempel noch der ältere KreisStegstempel des Postamtes N 54 verwendet. Er hat als Uhrzeit 5:40 N eingestellt. Diese Stempelform ist nur bei der Berliner Rohrpost verwendet worden und wurde um 1886 eingeführt (damals noch mit römischen Ziffern für eine Viertelstundeneinstellung). Da damals noch Telegrafen und Postbetrieb getrennt waren, und die Rohrpost zum Telegrafenbetrieb gehörte, wurde eine Doppelangabe gemacht: in meinem Fall war es das Rohrpostamt 11 (= R 11), das sich im Postamt N54 (= P 54) befand. Später wurden Telegrafie und Post vereinigt, damit fiel diese Doppelbezeichnung weg. Die Rohrpostbetriebsstellen wurden nun nur noch nach der Postamtsnummer adressiert. Mit der Einführung der Normstempel („SchweizerStempel“ oder

13 ZweikreisBrückeGitter Stempel) wurden auch die Rohrpostbetriebsstellen sukzessive mit diesem Stempel ausgestattet. Die älteren Stempel wurden somit um 1900/02 von den neuen Stempeln verdrängt. Wie bei meinem Beleg, wurde sie gelegentlich bis weit in die Inflationszeit als Aushilfsstempel weiterverwendet. Als Ankunftsstempel wurde vom Postamt W 30 ein Normstempel abgeschlagen. Wie man erkennen kann, trägt er die Zeitangabe '6 10 N', also ebenfalls eine 10Minuten Angabe. Die ‚normalen' Poststempel hatten eine Stundenangabe (z.B. '67 N’). Das sowohl Aufgabe als auch Ankunftsstempel abgeschlagen wurden, war eine Vorschrift der Rohrpost. Damit konnte unter anderem die Laufzeit nachvollzogen werden. Die Zahl „30“ links oben, ist der sogenannte Leitvermerk. Damit wurde das Zielrohrpostamt benannt, in Ihrem Fall das Postamt 30. Die Leitvermerke waren früher (bis ca. 1890) meistens blau, danach aber fast einheitlich orange/ rot. Es gab zunächst nur je eine Gebühr für Karten und Briefe. Erst später gab es für die Rohrpost in München zwei Gewichtsstufen bei den Briefen. Man muss aber BEACHTEN, dass bis ca. 1921 der RohrpostTaxbezirk ein eigenständiger Taxbezirk war! Es gibt eine weitere Besonderheit: wurde die Sendung aus dem Rohrpostbezirk hinaus gesendet, bzw. von außerhalb in den Rohrpostbezirk hinein gesendet, so war zusätzlich zur Rohrpostgebühr noch das Porto bzw. die Gebühr für die normale Sendung zu bezahlen. Wurde z.B. eine Karte aus Berlin hinaus in einen der Vororte geschickt, der nicht ans Rohrpostnetz angeschlossen war, so kam noch 5 Pfg. oder ggf. 2 Pfg. als ermäßigtes Porto hinzu. Was aber sehr verwirrend sein kann, ist die Tatsache, dass häufig auch Eilsendungen innerhalb Berlins, ohne besonderen Gebührenansatz mit der Rohrpost befördert wurden.

14 Es gab zunächst nur je eine Gebühr für Karten und Briefe. Erst später gab es für die Rohrpost in München zwei Gewichtsstufen bei den Briefen. Man muss aber BEACHTEN, dass bis ca. 1921 der RohrpostTaxbezirk ein eigenständiger Taxbezirk war! Es gibt eine weitere Besonderheit: wurde die Sendung aus dem Rohrpostbezirk hinaus gesendet, bzw. von außerhalb in den Rohrpostbezirk hinein gesendet, so war zusätzlich zur Rohrpostgebühr noch das Porto bzw. die Gebühr für die normale Sendung zu bezahlen. Wurde z.B. eine Karte aus Berlin hinaus in einen der Vororte geschickt, der nicht ans Rohrpostnetz angeschlossen war, so kam noch 5 Pfg. oder ggf. 2 Pfg. als ermäßigtes Porto hinzu. Was aber sehr verwirrend sein kann, ist die Tatsache, dass häufig auch Eilsendungen innerhalb Berlins, ohne besonderen Gebührenansatz mit der Rohrpost befördert wurden. Beförderungsweg des Beleges mit der Rohrpost Einwurf Rohrpostamt 11, weiter an das Rohrpostamt 10, Weiterleitung an das Rohrpostamt 9, weiter an das Rohrpostamt 1 und zum Schluss als Ankunftsort Rohrpostamt 30. Anfangs Januar bei EBAY angeboten: 10erBlock der 5. DM Dauerserie „Sehenswürdigkeiten“, Staatstheater Cottbus, Ausrufpreis:1,49 Euro. Nach 4 Tagen noch kein einziges Gebot. Nach heutiger Währung etwa 25 Euro hat ein Sammler einmal ausgegeben, um Jahre später für ein Sechzehntel (rund) des Kaufpreises zu verkaufen. Das war wohl eine echte Geldvernichtungsaktion.

15 Beiträge Berichte Artikel aus den Vereinen / ArGen ArGe INFLA (Rundbrief Nr. 285) • Postmeisterstempel "Barfrankierung/B.Prag" von Bernbeuren (Bayern) • Der Tag vom Posthorn im Spiegel der Philatelie • Bisher nicht katalogisierte Gebührenzettel I (Rundbrief Nr. 284) • Bisher nicht katalogisierte Gebührenzettel II • Die fleißigen Briefträger und der RetourBrief • Millionenwerte im Dezember verwendet BundesArbeitsgemeinschaft Polen e.V. (Rundbrief Nr. 109) • Deutsche PostDienstmarken für Oberschlesien mit Aufdruck C.G.H.S. • Die Entstehung der "Freien Stadt Danzig" 19191921 • Eisenbahn und Post in der Ortschaft RUDA in Oberschlesien ab 1845 • 100 Jahre Volksabstimmung in Oberschlesien. Vorläufer, unterschätzte Postbelege ArGe Germania (Rundbrief Nr. 125) • Ein "Gemeinschaftsprojekt" oder Spekulationen von Wilhelm Berstein auf polnischen lokalen Ausgaben 1918 • Die Plattenfehler der Germania Kriegsdrucke Nr. 86 II und 89 II Eine Gegenüberstellung der Vorkommen im Deutschen Reich und in den Besetzungsgebieten de 1.Weltkrieges und den Abstimmungsgebiet • Fälschungen und Verfälschungen der 5 Mark Reichspost (Nr. 66) • Rot und Blau (1)(Rundbrief Nr. 124) • Rot und Blau (2): mit der Rohrpost in den Grunewald • Frühe Werbung für die Luftpost und zwei Drucksachen • Postscheckbriefe Adressen zu den ArGen / Vereinen bitte bei der Redaktion erfragen. Briefmarken PERFEKTION bis in die letzte Zähnung

16 Im Oktober 1903 feierte die „Fidelia“ ihren Familienabend und lud dazu mit dieser Karte ihre Mitglieder ein. Freunde mitzubringen und einzuführen war ausdrücklich gestattet. Wer oder was aber war die „Fidelia“? Vielleicht ein KarnevalVerein? Aber da spricht der Veranstaltungstermin Oktober dagegen. Ein sozialer Verein zur Erbauung und Unterhaltung der meist arbeitenden, armen Bevölkerung? Wer weiß Näheres zu berichten? Jedenfalls ist die Karte mit eingedrucktem Postwertzeichen eine Ganzsache. Man weiß natürlich nicht, ob die Rückseite mit der Einladung nachträglich bedruckt wurde oder von der Post auf Antrag gefertigt wurde. Letzteres würde eine erhebliche Preissteigerung bedeuten. Wie dem auch sei: Speyer ist auch heute noch postgeschichtlich für Überraschungen gut. Und das macht dieses Sammelgebiet so interessant.

17 Biete / Suche / Tausche S002 Suche einzelne (häuptsächlich postfrisch) Sätze/Marken vom Saargebiet/Saarland. Insbesondere Marken der Jahrgänge 19211930. Weiterhin die in den Jahren 19511955 vom Saarland herausgegebenen Kleinbögen postfrische und gespempelt. Außerdem bin ich an Belegen und Briefen von beiden Sammelgebieten interessiert. Selbstverständlich kann ich eine deatillierte Fehllist zur Verfügung stellen. Zusendungen bitte an die Redaktion 1.Vorsitzender@bsvspeyer.de Etwa ab 1870 war die Anordnung der Briefmarken auf einem Brief zum Zweck der verdeckten Information verbreitete Praxis. Dazu erschienen Anleitungen zur Deutung der Botschaften auf Postkarten, in Zeitschriften und sogar in mehreren Büchern. Bis in die 1960er Jahre erfreute sich die Briefmarkensprache nicht nur in Deutschland, sondern auch in anderen Ländern wie Österreich, Belgien, Frankreich, Großbritannien oder der Schweiz besonders unter Liebespaaren einer gewissen Beliebtheit. Durch die Abnahme der Briefpost und die Zunahme der elektronischen Informationsübermittlung geriet die Briefmarkensprache immer mehr in Vergessenheit. Durch die Art und Weise, wie eine oder mehrere Briefmarken auf einen Brief oder eine Postkarte geklebt werden, kann ein Bedeutungsinhalt übermittelt werden. Abweichend von der üblichen Anordnung, bei der die Marken fein säuberlich akkurat und gerade in die äußerste obere rechte Ecke geklebt werden, können etwa 70 Variationen der Anordnung für ein bis zwei Briefmarken vorstellbar sein.

18 Ansprechpartner im Briefmarkensammlerverein Speyer 1. Vorsitzender / Redaktion Markus Steuerwald VanLeydenStr. 19, 67061 Ludwigshafen Tel.: 01788437428 EMail: 1. Vorsitzender@bsvspeyer.de 2. Vorsitzender Helmut Piesch Am Hirschgraben 41, 67360 Lingenfeld Tel.: 06344 / 5950 EMail: 2. Vorsitzender@bsvspeyer.de Schatzmeister Stefan Kapp Langgewannstr. 34, 76726 Germersheim Tel.: 07274 / 778388 EMail: Schatzmeister@bsvspeyer.de Schriftführer Dr. Wolfgang Dreher Am Viehtriftweg 51 a, 67374 Hanhofen Tel.: 06344 / 953166 EMail: Schriftfuehrer@bsvspeyer.de Jugendgruppe Anja Stähler An der Brache 4, 67245 Lambsheim Tel.: 06233 / 359544 EMail: Jugendleitung@bsvspeyer.de Archiv Manfred Claus Ostpreußenstr. 19, 67165 Waldsee Tel.: 06236 / 53239 EMail: Archivar@bsvspeyer.de Homepage Jürgen Lutz Alte Kirche 9 a, 67374 Hanhofen Tel.: 06344 / 9365888 EMail: Webmaster@bsvspeyer.de Beisitzer Erhard Frey PeterRoseggerWeg 14, 67346 Speyer Tel.: 06232 / 3870 EMail: Bibliothek@bsvspeyer.de Impressum / Herausgeber Briefmarkensammlerverein Speyer, Redaktion (Markus Steuerwald) EMail: 1.Vorsitzender@bsvspeyer.de Homepage: www.bsvspeyer.de Bankkonto: Briefmarkensammlerverein Speyer IBAN: DE 075 545 500 1 0000000 3954 / BIC: LUHSDE6AXXX Photomechanische Wiedergabe oder Nachdrucke, auch auszugsweise, sind nur mit vorheriger schriftlicher Genehmigung des Verfassers oder Herausgebers bei ausführlicher Quellenangabe erlaubt. Die mit Namen des Verfassers gekennzeichneten Artikel und Beiträge sind nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und/oder des Vorstandes.

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